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Warum Führungskräfte einen Trainer brauchen



Coaching ist heute in aller Munde. Der Coach oder Trainer aus dem Sport hat längst ein Alleinstellungsmerkmal verloren. Deshalb ist es für Führungskräfte von Vorteil, wenn der Trainer nicht nur über eine solide Coachausbildung verfügt, sondern auch über Berufserfahrung in ähnlichen Positionen.


Die Fähigkeiten, gut zuzuhören, die richtigen Fragen zu stellen, Empathie, Wertschatzung und Ermutigung gehören zu einem guten Coach dazu. Führungskräfte erhalten selten Feedback. Je höher sie in der Hierarchie aufsteigen, desto seltener bekommen sie eine Rückkoppelung über für Führungsverhalten. Der Coach hilft ihnen, besondere Situationen mit sich und ihrer Umgebung von einem anderen Standpunkt aus zu reflektieren und Verhalten, die bislang nicht zu den gewünschten Ergebnissen geführt haben, zu andern. Der Coach ist kein Psychotherapeut. Mit seiner Einstellung und seiner Ausbildung und der Distanz zu den Ereignissen des Coachees ( der zu trainierenden Person) kann er helfen, den Blick zu verändern und notwendige Klärungen und Wendungen anzugehen.

"Die Dinge sind nicht das, was sie scheinbar objektiv sind, sondern die Dinge sind das, was wir aus ihnen machen. Es kommt darauf an, sie so zu ergänzen, dass sie passen - weil jeder eine andere Passform hat und diese Passform im Laufe seines Lebens auch noch mehrfach wechselt, eine unendliche kommunikative Aufgabe." Diese Worte des klugen Paul Watzlawik beschreiben sehr komplex das menschliche Miteinander. Führung bedeutet hauptsächlich, klar und wertschätzend zu kommunizieren, die Menschen in ihrer ureigenen "Passform" zu akzeptieren, sie zu bestärken und ihnen den Weg zu ebnen, selbst erfolgreich zu sein.

Wann kann der Coach dazu beitragen? Jede Führungskraft ist ständig vor Veränderungssituationen gestellt. Häufig gilt es, das eigene Führungs-verhalten zu reflektieren, zu verändern und zu verbessern. Zeitmanagement und Selbstorganisation geraten gerne ins Hintertreffen. Die eigene Lebens-balance ist möglicherweise gefährdet. Der Coach ist Fragender und Beratender, Sparringspartner und wertschätzender Kritiker, Helfender für den Blick über den Tellerrand und Unterstützender für neue Wege im Verhalten zu sich selbst und seiner Umwelt.

Nur ein Coach, der dem Coachee sympathisch ist, wird mit ihm zusammen erfolgreich sein. Deshalb ist ein gemeinsames Kennenlerngespräch immer wichtig. In den meisten Fällen zahlt das Unternehmen das Coaching ihrer Führungskräfte. Dennoch ist der Coach nur dem Coachee verpflichtet. Was im Training besprochen wird bleibt vertraulich. Und nur die Führungskraft entscheidet, wer was kommuniziert - wie das für ihre Position im Unternehmen eben üblich ist.
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Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.05.2007